Sportmassage

Der folgende Text besteht aus zusammengefassten Aussschnitten des Arbeitsbuchs für den Diplomkurs Sportmassage der TRISANA Massagefachschule (www.trisana.ch). Detailliertere Ausführungen und Bilder sind im Arbeitsbuch nachzulesen.


Unter Sportmassage verstehen wir die spezifische Anwendung der Massage im Sportbetrieb. Sie hat es vorwiegend mit dem gesunden Sporttreibenden zu tun.

Durch Sportmassage kann die Effektivität des Trainings erhöht werden. Sie spielt eine besondere Rolle bei der Vorbereitung für Training und Wettkampf und im Anschluss an die körperliche Anstrengung zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig wird durch die Sportmassage das allgemeine Wohlbefinden des Sportlers gefördert, und sie kann ein wichtiger Teil der psychologischen Wettkampfvorbereitung sein. Die Massage vermittelt im dirketen Bewusstsein, dass mir geholfen wird und das ich etwas zusätzliches für meine Leistungsfähigkeit getan habe, was insgesamt zur Stärkung des Selbstvertrauens führen dürfte.

Körperbewegungen werden durch Muskelkraft ausgelöst. Dabei unterscheiden wir zwischen Arbeitsmuskel (Agonisten) und Gegenmuskeln (Antagonisten, "Bremsmuskulatur"). Die Anspannung (der Tonus) der Gegenmuskulatur gleicht mit ihrer Wirkung dem "Fahren mit angezogener Handbremse". Eine besondere Aufgabe der Sportmassage besteht darin, den Muskeltonus herabzusetzen, um die Bremswirkung zu veringern und so das Leistungsvermögen, die "Spritzigkeit" des Sporters, zu erhöhen.

Massage kann die aktive Aufwärmarbeit (das Warmlaufen usw.) eines Sportlers zur Erzielung einer optimalen Mehrdurchblutung (Hyperämie) gut unterstützen, nie aber esetzen. Sie muss zu dieser Unterstützung entsprechend vorgeschaltet werden. Der Ablauf der Mehrdurchblutung ist "in bezug auf Dauer und Intensität individuell und lokal zwar verschieden, zeigt aber immer ein typisches Bild" mit einem regelmässigen Durchblutungsmaximum etwa in der 15. bis 20. Minute nach Beendigung der Massage. Die Gesamtdauer dieses Effektes kann je nach Temperatur und Massagedauer zwischen 40 und 70 Minuten schwanken. Ebenso wesentlich ist auch die Erkenntnis der optimalen Massagedauer bei einer mittelstarken Massage von drei bis vier Minuten an einer Körperstelle.

In der praktischen Anwendung der Sportmassage werden folgende Kategorien unterschieden:

1. Trainingsmassage
2. Vorbereitungsmassage
3. Zwischenmassage
4. Erholungsmassage

Trainigsmassage

Nach anfänglicher sanfte Massage-Dosierung kann man nach planmässiger Steigerung bald kräftig zupacken und den Körper durch tiefgreifendes Kneten und Walken an eine kräftige Massage gewöhnen.

Vorbereitungsmassage

Diese muss leicht, lockernd und aufwärmend durchgeführt werden. Aktives Warmmachen des Körpers jedoch soll durch lockerndes Laufen, Stretching erfolgen.

Zwischenmassage

Sie erfolgt während des Einsatzes in Pausen. Sie muss kurz, leicht und lockernd wirken.

Erholungsmassage

Sie soll nach dem Training, Spiel oder Wettkampf erfolgen. Stoffwechselschlacken sollen sich nicht in den Muskelgeweben festsetzen, sie sollen möglichst rasch ausgeschieden werden. Tiefenwirksame und rückflussfördernde Massagetechniken sind hier angebracht. Tip: Vor der Erholungsmassage ein heisses Bad mit Heublumenextrakt nehmen.

Die Wirkung der Massage

# Aktivierung des Kreislaufsystems: Die Sauerstoffzufuhr über das Blut ist äusserst wichtig für die gesamte Muskelarbeit.
# Schneller Abtransport der Stoffwechsel-Schlackenstoffe: Während der Muskelarbeit werden Stoffwechselschlacken gebildet und teilweise in den Muskelpartien abgelagert. Diese führen zu raschen Ermüdungserscheinungen der beanspruchten Muskelpartien.
# Geistiges und körperliches Wohlbefinden
# Arbeitsimpulsverstärkung über das Zentralnervensystem: Massagen aktivieren das zentrale Nervensystem und verhindern eine vorzeitige Verlangsamung der Muskelkontraktionen.

Für Massagen sollten folgende Punkte beachtet werd

# Als optimale Vorbereitung kann ein Bad oder eine kurze Dusche mit anschliessendem Warm- und Trockenreiben dienen.
# Die Raumtemperatur sollte 21 bis 25 Grad Celsius betragen, und im Raum sollte eine ruhige Atmosphäre herrschen.
# Die jeweils nicht behandelten Körperteile mit einer Decke gegen Wärmeverlust schützen.
# Allgemeine Sauberkeit, saubere Hände, kurze und abgerundete Fingernägel sind Grundvoraussetzungen. Auch der Patient muss sauber zur Behandlung kommen.
# Wenig Massageöl, -creme oder -emulsion in die hohle Handfläche verteilen und mit sanftem Druck in Richtung Herzen einreiben.
# Jede Massage muss Grundsätzlich in Herzrichtung erfolgen. Damit wird der natürliche Blutkreislauf angeregt und Stauungen vermieden.
# Harte Muskeln dürfen kräftig massiert werden, wobei aber die Massage in keinem Falle schmerzen darf. Weiche, überanstrengte Muskeln sollte man dagegen vorsichtig behandeln.
# Die Körperhaltung des Masseurs/Masseurin soll aufrecht und entspannt sein. Der ganze Körper soll die Ausführung der Massagegriffe rythmisch unterstützen. Beide Hände sollten möglichst gleichmässig arbeiten.

Gegenindikationen - Massageverbote

# Keine Massage bei frischen Verletzungen, bei fieberhaften Erkrankungen (Infektionen) und bei entzündlichen Veränderungen (eitrige Prozesse, Geschwüre, Gelenkerkrankungen, Sehnenscheidenentzündungen usw.)
# Besondere Vorsicht ist auch bei Krampfadern und Thrombosen (Emboliegefahr). Krampfadern dürfen nur nach ärztlicher Konsultation massiert werden, wenn diese weich und ohne Entzündung sind.
# Bei allgemeinen Kraknheiten (Bluthochdruck, Angina Pectoris, usw.). Im Zweifelsfall ist immer ein Arzt zu befragen.

Aufbau der Massage

Für den Massageaufbau gibt es hier kein starres Schema. Wichtig ist, dass die Ausführungen der einzelnen Griffe und der Wechsel von einem Griff zum anderen flüssig ist, dass die Griffe zu einem pausenlosen, rhythmischen Ganzen verschmelzen und das die Hände immer am Körper des Patienten bleiben. Je nach gewünschter Wirkung, nach Befund und Zustand des Patienten und dessen Reaktionsverhalten werden einzelne Griffe in den Vordergrund treten und häufiger wiederholt werden, während andere Griffe ev. ganz weggelassen werden.

Ganzmassagen werden in der Sportmassage selten verabreicht, es sei denn im Bereich der Erholungsmassage. Eine gezielte Behandlung besonders beanspruchter Körperteile (z.B. beider Beine) ist wesentlich sinnvoller, zumal bei einer Ganzmassage aus Zeitgründen (30 bis 40 Minuten) Feinheiten in der Ausführung zurücktreten müssen.

Bei Teilmassagen (12 bis 15 Minuten) können die einzelnen Massagegriffe je nach gewünschter Wirkung oder nach Empfinden und Befinden des Patienten wiederholt werden. Die Anwendung der Griffe und ihre Reihenfolge lassen Ausführvarianten zu.

Massage Bild 1
Ziel
laber nöd
Massage Bild 3
Massage Bild 2